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Jan III. Sobieski (1629-1696)

Jan III. Sobieski war ein hervorragender König. Sein Vater schickte ihn und seinen Bruder zuerst an die Krakauer Akademie, wo sie an der philosophischen Fakultät studierten, und danach zu einem Auslandsstudium. Anschließend lernte der zukünftige König das militärische Handwerk an allen Fronten, an denen Polen kämpfte. Das betraf die Schlacht bei Beresteczko 1651 (ukrainischer Aufstand unter Führung des Hetmans Bohdan Chmielnicki), den polnisch-schwedischen Krieg (wo er auf die Seite von König Karl X. Gustav überlief) und die Schlacht bei Warschau 1565, wo er zur polnischen Seite zurückkehrte und die Tataren gegen die Schweden führte. Danach kämpfte er gegen Siebenbürgen, Russen, Kosaken und Tataren sowie die Aufständischen, die 1666 unter der Führung von Herzog Lubomirski gegen den König Micha³ Korybut Wi¶niowiecki zogen. Ein besonderer Erfolg war 1673 der Sieg über die türkische Armee bei Chocim. Dieser Erfolg war entscheidend für seine Wahl zum polnischen König im Jahre 1674.

Seine Kriegserfahrungen führten zu Heldentaten, die ihm auch im Ausland zu Ruhm verhalfen. Die türkische Großmacht drang immer weiter nach Europa vor und startete am 13. Mai 1683 einen Feldzug gegen Wien. Jan III. Sobieski war sich bewusst, dass Wiens Fall Polen in eine sehr schwierige Lage bringen würde, und eilte der belagerten Stadt mit seinen Truppen zu Hilfe. Am 12. September 1683 besiegte die polnische schwere Reiterei (Ritter mit charakteristischen Flügeln auf dem Rücken) unter Sobieski die Türken beim Wiener Entsatz. In Briefen an seine Frau, die Königin Maria Kazimiera d'Arquien, hat Sobieski die für Europas Geschichte so wichtige Schlacht beschrieben.

Der polnische Herrscher schrieb Königin Maria von all seinen Feldzügen Briefe, die heute als Perlen der Briefkunst des 17. Jh. angesehen werden. Diese große Liebe hatte politische Folgen - sie verband nämlich den König mit dem französischen Hof. Sie machte dem König klar, dass eine Reform der Innen- und Außenpolitik vonnöten war. Er strebte durch die Besetzung Ostpreußens eine polnische Vormachtstellung an der Ostsee an und wollte das polnische Schlesien von den Habsburgern zurückerobern. Seine Innenpolitik zielte auf eine Stärkung der Macht des Königs (der zu sehr vom Adel abhängig war), auf die Einführung einer Erbmonarchie und die Aufhebung des liberum veto, das nur einstimmige Beschlüsse zuließ. Diese Reformen scheiterten jedoch am Widerstands des Adels, der sich an seine Freiheiten gewöhnt hatte.

Jan III. Sobieski war also nicht nur ein außergewöhnlicher Herrscher, sondern auch ein hervorragender Politiker. Er starb am 18. Juni 1696 und hinterließ die Erinnerung an den großen Ruhm des polnischen Rittertums.


Wussten Sie schon...

...dass Jan Sobieski nach seinem Sieg bei Wien zum österreichischen Kaiser, Leopold I. die Worte Julius Cäsars "Ich kam, ich sah, und Gott siegte" gesagt haben soll? Die von den kaiserlichen Truppen unterstützten Polen hatten die türkische Großmacht für immer vernichtet, wovon sie sich nie mehr erholte. Im 18. Jh. gab es die Idee, die Türkei zu teilen, was aber nie verwirklicht wurde. Dafür wurde Polen geteilt. Die Türken waren übrigens die einzigen, die Polens Teilung nie gebilligt haben, obwohl sie über 250 Jahre gegen Polen in den Krieg gezogen waren.

 

 



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