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Physik und Chemie

 


Wussten Sie schon, dass...


...Zygmunt Wróblewski und Karol Olszewski 1883 die ersten waren, die Sauerstoff, Stickstoff und Kohledioxid aus der Luft im statischen Zustand (nicht wie bisher im dynamischen Zustand in Form eines flüchtigen Dunstes) verflüssigt haben?

 

 

Bereits im 13. Jh. betrieb Witelo, einer der ersten polnischen Gelehrten, Forschungen, die zu einer Grundlage der damaligen Optik wurden; er beschrieb die Struktur des Auges und versuchte, den Sehprozess zu erklären. Seine Ansichten waren bis ins 16. Jh. hinein aktuell und wurden 1535 in Nürnberg veröffentlicht.

Der Pole Ignacy £ukasiewicz hat 1856 in Bóbrka das erste Erdölbergwerk gegründet. Der erste Ölschacht in Pennsylvania wurde erst fünf Jahre nach der Eröffnung des Bergwerks £ukasiewicz' gebaut.

Die Polin Marie Sk³odowska-Curie hat zweimal den Nobelpreis bekommen: 1903 zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie für Physik für die Forschungen über Radioaktivität und 1911 für Chemie für die Entdeckung der Elemente Polonium und Radium und die Gewinnung reinen Radiums.

Der Kernphysiker Marian Danysz hat ein radioaktives Fluor-Isotop mit entwickelt und sich an der Entdeckung des doppelten Hyperkerns beteiligt. Sein Kollege Józef Rotblat setzte sich für weniger Atomwaffen ein und hat die Pugwash-Konferenz mitveranstaltet. Dafür wurde er 1995 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

 

... Mendels introduced me to Professor Leopold Infeld who had come to Toronto after several years with Einstein. Infeld, after talking with me (in a kind of drawing room oral exam), concluded that my real love was physics and advised me to major in an excellent, very stiff program, then called mathematics and physics, at the University of Toronto. He argued that this program would enable me to earn a decent living at least as well as an engineering program.(...) I was fortunate to find an extraordinary mathematics and applied mathematics program in Toronto. Luminous members whom I recall with special vividness were the algebraist Richard Brauer, the non-Euclidean geometer, H.S.M. Coxeter, the aforementioned Leopold Infeld, and the classical applied mathematicians John Lighton Synge and Alexander Weinstein.(...)

Walter Kohn "Autobiography"

Walter Kohn - Chemienobelpreisträger 1998.

 

 

 

Leopold Infeld hat sich mit der Relativitätstheorie beschäftigt. Mit dem späteren Nobelpreisträger Max Born arbeitete er am elektromagnetischen Feld und formulierte das Born-Infeld-Gesetz der Elektrodynamik. 1936-38 war er Mitarbeiter von Albert Einstein am Institute for Advanced Study in Princeton. Aus dieser Zusammenarbeit entstand das Buch Evolution der Physik (1959), das Laien die Relativitätstheorie näher bringen sollte. Mieczys³aw Wolfke hat zwei Zustandsformen des flüssigen Heliums entdeckt. Helium II ist der einzige Stoff, bei dem Suprafluidität festgestellt wurde, d. h. dass die Zähflüssigkeit flüssigen Heliums bei einer bestimmten Temperatur sprunghaft auf sehr kleine Werte sinkt. Er war ein Vorreiter der Holographie, eines Teilgebietes der Optik, das sich mit dreidimensionalen Bildern beschäftigt, wie wir sie heute z. B. auf Kreditkarten finden. 1920 war es ihm gelungen, Bilder in zwei getrennten Phasen zu erzeugen und in zwei Wellengruppen zu zerlegen.

Marian Smoluchowski hat parallel zu Albert Einstein an der kinetischen Theorie gearbeitet und die Natur der Brownschen Bewegung erklärt. In einer Abhandlung gab er eine Gleichung an, die zur Grundlage der Theorie zufallsabhängiger Prozesse wurde. Mit physikalischen Eigenschaften von Materialien beschäftigte sich Maksymilian Huber. Seine Forschungen führten zur Formulierung des sogenannten Huber-Kriteriums, das die Bedingungen festlegt, unter denen Materialen, die komplexen Belastungen unterliegen, einen gefährlichen Zustand erreichen, in dem Brüche bzw. bleibende Formänderungen zum Vorschein kommen. Das hat eine enorme Bedeutung beim Entwerfen von Gebäuden, Brücken und Elementen, die großen Belastungen standhalten sollen.

 

Jeder, der Smoluchowski näher kannte, schätzte an ihm nicht nur den Scharfsinn, sondern auch den edlen Menschen.

Albert Einstein

 

 

 

Der zweifache Nobelpreis-Anwärter und Begründer der modernen Thermochemie, Wojciech ¦wiêtos³awski, erarbeitete eine statische Methode für kryometrische Messungen und eine moderne Methode der Kohlenuntersuchung. ¦wiêtos³awski war stellvertretender Vorsitzender der Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie (IUPAC). Er schuf die Grundlagen für einen neuen Zweig der physikalischen Chemie: die Polyazeotropie.


Wussten Sie schon, dass...


...der 1971 mit dem Nobelpreis geehrte Denis Gabor in seiner Rede nach Entgegennahme des Preises Mieczys³aw Wolfke als Vorreiter der Holographie erwähnte?

 

 

Die Physik Jerzy Pniewski und Marian Danysz haben 1952 die Elementarteilchen, Hyperkerne, entdeckt. Diese Atomkerne enthalten neben Neutronen und Protonen noch Hyperon. Damit entdeckten sie gleichzeitig einen neuen Materiezustand, den der Hyperkernmaterie. Marian Danysz und Jerzy Pniewski waren seinerzeit Kandidaten für den Nobelpreis. Mit der Atomkernforschung beschäftigt sich ebenfalls Witold Nazarewicz. Er untersucht Kerne exotischer Atome, d. h. jener, die beim Zusammenstoßen radioaktiver Kerne entstehen. Die auf der Erde bestehenden Elemente sind stabil. Ihre Kerne zerfallen nicht willkürlich. Exotische Kerne werden in explodierenden Supernovas entdeckt. Ihre Erforschung kann helfen, die Entstehung von Elementen zu verstehen. Witold Nazarewicz ist wissenschaftlicher Direktor des Labors für Schwere Ionen im Oak Ridge National Laboratory an der Universität in Tennessee, arbeitet aber auch an der Warschauer Universität. Professor Jacek Kalinowski durchstrahlt im Rahmen seiner Forschungen Objekte, die sich in einem sehr starken magnetischen Feld befinden, mit Radiowellen, was die Unterscheidung von größeren und kleineren Teilchen ermöglicht. Diese Forschungen können dazu beitragen, dass mehr Produkte aus Mineralien gewonnen werden.

Jeder von uns lernte in der Schule die Mendelejew-Tabelle kennen. Mit der Entdeckung der so genannten Stabilitätsinsel hat Adam Sobiczewski bewiesen, dass die Mendelejew-Tabelle noch nicht vollendet ist.

Marie Sk³odowska-Curie (1867-1934) war eine außerordentliche Wissenschaftlerin, zweifache Nobelpreisträgerin, Entdeckerin zweier neuer Elemente und eine Professorin, als diese Position ausschließlich von Männern dominiert war. Ihre Ausbildung begann sie an der illegalen Fliegenden Universität. 1891 ging sie nach Frankreich, wo sie an der Sorbonne studierte, um sich dann ausschließlich der Erforschung radioaktiver Substanzen zu widmen. Sie war die erste Frau, die an der Sorbonne promovierte und die erste weibliche Professorin der Sorbonne, die einen Lehrstuhl leitete. 1897 suchte Sk³odowska - nachdem sie die Universität absolviert hatte - nach einem Thema für ihre Doktorarbeit. In der Universitätsbibliothek stieß sie auf Mitteilungen von Antoine H. Becquerel – eines Physikprofessors an der technischen Hochschule in Paris – über die Entdeckung neuer, geheimnisvollen Strahlen, die von uranhaltigen Erzklumpen emittiert werden. Sk³odowska begann, dieses Phänomen, das damals noch keine Bezeichnung hatte, zu forschen. Nach einigen Jahren nannte sie es Radioaktivität.

Nach langjährigen Forschungen und Beobachtungen stellte Sk³odowska-Curie fest, dass manche Uran- und Thoriumverbindungen viel mehr Energie ausstrahlen, als es auf Grund des quantitativen Anteils der beiden Elemente zu erwarten war. Im Zuge der Untersuchungen kam sie auf die Spur bis dahin unbekannter Elemente; das erste von ihnen erhielt den Namen Radium (lateinisch radius = Strahl), das zweite Polonium, nach der Heimat von Marie Curie. Wissenschaftliche Arbeiten betrieb sie mit ihrem Mann, Pierre Curie. Damit andere Wissenschaftler an ihre Entdeckungen glaubten, mussten die Eheleute aus ausgeschiedenen Salzen reine Elemente isolieren. Aus der einzigen damals tätigen Pechblendegrube im böhmischen Jachimov (St. Joachimsthal) erhielten sie kostenlos eine Tonne Abfälle, die bei der Herstellung von Uranglas entstanden waren. Sie kauften noch sieben Tonnen hinzu und verarbeiteten sie in einem zum chemischen Labor umfunktionierten Schuppen. Nach vier Jahren Arbeit gewannen Marie und Pierre aus acht Tonnen ein Zehntelgramm des Radiumchlorids (RaCl2). 0,08 Gramm des reinen, metallenen Radiums konnte Maria erst nach weiteren acht Jahren Arbeit isolieren - bereits nach dem Tod ihres Mannes. Bis heute wurden weltweit etwa 500 Gramm dieses Elements isoliert. Es wird (meistens in Form des Chlorids oder Bromids) als eine Quelle der Gamma-Strahlung bei der Behandlung bösartiger Geschwülste und mancher Hautkrankheiten angewandt.

1903 erhielt Maria Sk³odowska-Curie mit Pierre Curie und Antoine H. Becquerel den Physiknobelpreis für Forschungen über Radioaktivität. Nach dem Tod ihres Mannes 1906 begann sie den Lehrstuhl für Radioaktivität in Paris selbständig zu leiten. Hier machte sie die wichtigsten Entdeckungen der Eigenschaften des Radiums und Poloniums. Aus ihrer Initiative entstand auch das Radiuminstitut in Paris. 1911 ehrte die Schwedische Akademie der Wissenschaften die Polin abermals mit dem Nobelpreis, diesmal auf dem Gebiet der Chemie, für die Entdeckung und Isolierung zweier neuer Elemente.

 

 

 


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