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Polen im Exil
Nach jedem der Aufstände setzte eine politische Auswanderungswelle ein. Nach dem Novemberaufstand mussten über 10 000 Polen ins Exil gehen. Wegen der großen Zahl und des intellektuellen Potentials wurde diese Welle die Große Emigration genannt. Unter den Auswanderern waren der bekannte Politiker Adam Czartoryski, die Dichter Adam Mickiewicz und Juliusz Slowacki, der Komponist Fryderyk Chopin, der Historiker Joachim Lelewel sowie fast die gesamte Generalität, die den Aufstand befehligt hatte. Die meisten Emigranten beteiligten sich aktiv am politischen Leben Europas und gaben ihre Arbeit für die Souveränität nie auf. Die einen, wie z. B. Czartoryski, bedienten sich hierzu der Diplomatie, die anderen zogen den Militärdienst vor oder schlossen sich der europäischen Geheimorganisation Junges Europa an. In Frankreich entstanden die hervorragendsten Werke der polnischen Literatur mit "Herrn Thaddhäus oder der letzte Einfall in Litauen" von Mickiewicz sowie Dramen und Poemen von Slowacki an der Spitze. Die Polen waren ständig überall in der Welt aktiv - und das nicht nur als Soldaten und Politiker. Ignacy Domeyko schuf die Grundlagen der Geologie in Chile, Ernest Malinowski baute in Peru die höchste Eisenbahnstrecke der Welt und Pawel Edmund Strzelecki erforschte Afrika und Australien für die britische Krone. Joseph Conrad (Józef Korzeniowski, 1857-1924) verfasste damals Weltliteratur, der Meister des psychologischen Porträts Henryk Rodakowski (1823-94) erhielt eine Goldmedaille bei einer Ausstellung in Paris und Fryderyk Chopin (1819-49) und Ignacy Paderewski (1860-1941) sind weltweit als hervorragende Pianisten und Komponisten bekannt.
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