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W³adys³aw I. £okietek (Ellenlang) (1260/61-1333)

Das 12. und 13. Jh. waren für Polen besonders schwierig. Das von der Piastendynastie beherrschte, immer mächtiger werdende Reich war 1138 plötzlich mit einem Problem konfrontiert, das es die folgenden 200 Jahre in seiner Entwicklung hemmen sollte. Zu dieser Zeit wurde Polen aufgrund des Testaments von König Boles³aw Krzywousty (Schiefmund) für seine vier Söhne in fünf Teilgebiete abgesteckt: Schlesien; Masowien und Kujawien; Großpolen sowie das östliche Kleinpolen mit Sandomierz. Den kirchlichen Mittelpunkt Gnesen und die kleinen Länder £êczyca und Sieradz hatte Boles³aw seiner Frau zugesprochen. Das westliche Kleinpolen und Pommern waren als Krongut dem jeweiligen Senior zugedacht. Im Falle seines Todes sollte diese Provinz an den Zweitgeborenen fallen. Damit wollte Boles³aw einem Erbfolgekrieg und dem Zerfall des geteilten Landes vorbeugen. Diese Lösung stellte jedoch niemanden zufrieden. Es kam fast 200 Jahre lang zu ständigen Kämpfen und Unruhen. Erst mit König W³adys³aw I. £okietek, der in die Geschichte als Erneuerer des polnischen Staates einging, kehrte wieder Ruhe ein.

W³adys³aw £okietek wurde ca. 1260 geboren. Er war der Sohn Kazimierz I., des Fürsten von £êczyce, Sieradz und Kujawien. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1267 fiel ihm Kujawien zu, die zwei anderen Gebiete erhielten seine Brüder Leszek Czarny und Kazimierz £êczycki. Nachdem ihrem Tode ging das gesamte väterliche Erbe an W³adys³aw. Er baute zunächst den polnischen Staat wieder auf, um anschließend Kleinpolen zu besetzen, was ihn in Konflikt mit dem dort regierenden Fürsten Przemys³aw II. brachte. Nach Przemys³aws Tod im Jahre 1290 erklärte sich £okietek zu seinem Nachfolger und annektierte neben Kleinpolen auch Pommern. Am Ende musste er sich jedoch Wenzel II. geschlagen geben, den die dort lebenden Lehnsherren unterstützten. W³adys³aw konnte sich im Gegenzug die Gefolgschaft des Bauernstandes, der Ritter sowie eines Teils der Geistlichen sichern, die ihn als Herrscher aus der einheimischen Piastendynastie wählten. So marschierte £okietek 1304 in Ma³opolska mit Truppen ein, zu denen außer Jan D³ugosz, einem Chronisten des 15. Jh., mehr Bauern als Ritter gehörten. Er besetzte auch die Pomerellen (Pomorze Gdañskie). Da ihm die Herrscher und die dort ansässigen Siedler aus Brandenburg nicht wohlgesonnen waren, musste er sein Ziel aufgeben, die baltischen Territorien in Gänze zu unterwerfen.

Bereits im Jahre 1311 herrschte £okietek über Kleinpolen und das geerbte Kujawien. Trotz des Aufruhrs deutscher Patrizier in Krakau und Sandomierz konnte er diese Städte mit Unterstützung der Adligen und des Bürgertums unter seiner Kontrolle halten. Drei Jahre später unterwarf sich auch Großpolen seiner Herrschaft. Es waren damit aber noch nicht alle Probleme vom Tisch, denn nun erhob der böhmische König, Johann von Luxemburg, Anspruch auf die polnische Krone. Im Verbund mit dem deutschen Kreuzritterorden griff er Polen von Norden und Westen her an, die Brandenburger versuchten erneut, Großpolen zu besetzen. £okietek gelang es aber, seine Gebiete zu halten.
1318 richtete er sein ganzes Streben nach der Krone. Der zunächst abgeneigte Papst gab am Ende doch seinen Segen und am 30. Januar 1320 wurde W³adys³aw I. £okietek in Krakau zum König von Polen gekrönt. Dieser Akt zeigte die Überwindung der inneren Teilung des polnischen Staatsgebildes sowie die Wiedergewinnung seiner Unabhängigkeit.

W³adys³aw £okietek starb am 2. März 1333 in Krakau. Er hinterließ seinem Sohn Kazimierz III. Wielki (der Große) nur Kleinpolen, Sandomierz und Großpolen sowie Kujawien, und die Länder £êczyca und Sieradz. Dagegen verblieben Schlesien, das Lubusker Land, die Pommerellen, Pommern und Masowien außerhalb der polnischen Einflusssphäre. Das war der Grundstein für den Wiederaufbau des polnischen Staates und die Festigung seiner Macht.


Wussten Sie schon...

...dass im alten Polen ebenfalls die Elle als Längenmaß gebräuchlich war und einer Länge von 78 cm entsprach? Der Beiname "£okietek" für den polnischen König W³adys³aw bedeutet so viel wie "kleiner Ellbogen" und bezog sich auf seine geringen Körpergröße.

 

 



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