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W³adys³aw III. Warneñczyk (1424-1444)

W³adys³aw III. Warneñczyk war der älteste Sohn von W³adys³aw II. Jagie³³o, Großfürst von Litauen und König von Polen, und seiner vierten Frau Sofia Hol'šanskaja. Er bestieg den polnischen Thron mit kaum zehn Jahren und wurde sogleich mit einer Beratergruppe unter Führung von Zbigniew Ole¶nicki umgeben, der seine Stellung am königlichen Hof zu verteidigen suchte. Der minderjährige Herrscher und seine ehrgeizige Mutter mussten mit Widerstand rechnen. Um seinen Söhnen den Thron zu sichern, hatte W³adys³aw II. Jagie³³o ein Abkommen mit dem polnischen Adel geschlossen. Dieser wünschte sich jedoch Friedrich von Brandenburg, den Verlobten Jadwigas als König. Jadwiga war die Tochter von Jagie³³o aus zweiter Ehe. Der Tod der polnischen Prinzessin durchkreuzte die Pläne der Aristokratie. Man glaubte, dass sie von Sofia Hol'šanskaja vergiftet wurde, die um jeden Preis ihren Sohn auf dem polnischen Thron sehen wollte.

Der junge König hatte es von Anfang an schwer: Schon bei der Krönung kam es durch den adligen Spytek aus Melsztyn in Kleinpolen, der ihm feindlich gesonnen war, zu einem Zwischenfall. Am nächsten Tag kam es nicht zur anstehenden Huldigung des Königs durch die Bürger, da sich die Magnaten und Bischöfe aus Masowien nicht um den Rang im Gefolge einigen konnten. Auch später hatte W³adys³aw Warneñczyk in Staatsangelegenheiten wenig zu sagen, da hierfür der allgewaltige Kardinal Zbigniew Ole¶nicki zuständig war. Das blieb auch noch so, nachdem der 14 Jahre alte König 1438 während eines Treffens in Piotrków von den Adligen für volljährig erklärt wurde.

Dieser Zustand dauerte bis etwa 1440, als W³adys³aw III. die ungarische Krone angeboten wurde. Das brachte zahlreiche Probleme mit sich: In Ungarn wuchs die Bedrohung seitens der Türken und einige polnische Edelmänner wollten der Inthronisierung des polnischen Königs nicht zustimmen. Elisabeth, die Witwe des verstorbenen ungarischen Herrschers Albrecht II., versuchte, die Krone für ihr ungeborenes Kind zu behalten. Dennoch bestieg W³adys³aw Warneñczyk nach zwei Jahren Bürgerkrieg mit eben dieser Königin den ungarischen Thron. Nicht ohne Bedeutung war die Danksagung seitens des Papstes, Eugen IV., für den Kreuzzug gegen die Türken, wo der 18 Jahre alte König (bisher nur Nennkönig) - ohne auf die Interessen des polnischen Staates und der Jagellonendynastie Rücksicht zu nehmen - zu Hilfe eilte.

Die häufig benutzte Phrasen des päpstlichen Gesandten Julian Cesarini (z. B. vom "Schutzwall des Christentums") sowie die Propaganda für den Kreuzzug, der "Gott genehm sein soll", veranlassten W³adys³aw dazu, sich in einen fast zweijährigen Krieg mit der türkischen Großmacht zu stürzen. Er ließ sich durch das Argument irre führen, dass der 1443 in Szegedin geschlossene Zehnjährige Frieden ungültig sei, weil auf die Türken kein Verlass sei und sie mit Sicherheit ihr Wort brechen würden, und er übersah trotz der deutlichen Überlegenheit der Türken die reale Bedrohung für Europa. So kam es am 10. November 1444 zur Schlacht bei Warna, die der letzte Kampf des polnischen Königs war. Er fiel beim Angriff auf die Janitscharen, der Schutztruppe des Sultans.


Wussten Sie schon...

...dass der jüngere Bruder und Thronfolger von W³adys³aw Warneñczyk, Kazimierz Jagielloñczyk, fünf Jahre warten musste, bis er zum König von Polen gekrönt wurde? So lange benötigte man, um den kaum 20 Jahre alten Herrscher für tot zu erklären. Es gab nämlich Gerüchte, dass er nicht gestorben sei, sondern sich auf einen Gegenschlag gegen die Türken vorbereite. Er soll sich nach der Niederlage bei Warna nach Venedig, Albanien, Siebenbürgen, Serbien, auf die portugiesischen Inseln im Atlantik oder in die Walachei geflüchtet haben. Im Jahre 1452 gab sich jemand im Rheinland für den verstorbenen König aus, der schnell als Jan aus Wilczyna bei Ryczywó³ entlarvt wurde. Früher hatte sich dieser bereits für den Fürsten Ostrogski bzw. den Fürsten Leon (den Neffen von Anna Mazowiecka) ausgegeben.

 

 



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